Von der Idee zum fertigen Clip
Ein Werbespot, der aussieht wie aus einem professionellen Studio, aber komplett mit KI-Tools erstellt wurde. Was nach Science-Fiction klingt, ist heute Realität. Ich wollte herausfinden, was möglich ist, und habe ein Experiment gewagt: Kann man mit aktuellen KI-Tools einen Werbespot erschaffen, der sich „wie aus einem Guss“ anfühlt?
Das Ökosystem schlägt Einzeltools
Statt auf ein einzelnes „Super-Tool“ zu setzen, habe ich bewusst ein Ökosystem aus verschiedenen KI-Anwendungen kombiniert. Zum Einsatz kamen Kling 2.1, nano banana, Seedream, ChatGPT, Freepik (mit Kling, Wan, Seedance), Reve und Hailuo AI. Jedes Tool hatte seine Stärke – sei es bei der Bildqualität, der Bewegungsanimation oder der Stilrichtung.
Dabei wurde mir schnell klar: Die Tools sind heute so zugänglich und leistungsstark wie nie zuvor. Doch entscheidend bleibt der menschliche Anteil. Die Idee, die emotionale Wirkung und die Erzählung sind das, was aus den Einzelteilen ein stimmiges Gesamtwerk macht.
Der Mensch als Kurator
Die größte Herausforderung war nicht die Technik, sondern die Kuration. Die KI-Tools lieferten Dutzende Einzelclips – manche beeindruckend, viele jedoch unbrauchbar. Erst durch gezieltes Aussortieren, den Schnitt, Farbkorrektur sowie passende Musik und Sound entstand ein Werbespot, der eine Geschichte erzählt.
Meine Rolle hat sich dabei vom reinen Ersteller zum Kurator gewandelt: Ich konzipiere, plane und stelle sicher, dass das Endergebnis inhaltlich und qualitativ überzeugt.
Manche KI-generierten Bilder wirkten mir zu fotorealistisch und verloren dadurch den fantastischen Charakter, den ich mir gewünscht hatte. Die mit Reve erstellten Beispiele sind zwar technisch beeindruckend und detailreich, erinnern in ihrer Anmutung aber eher an ein Bühnenbild. Das passte stilistisch nicht zu meinem Film.
Try & Error, Error, Error
Der Prozess war alles andere als linear. Dutzende Versuche, verworfene Clips und technische Hürden gehörten dazu. Doch genau das ist der Schlüssel: KI-Kompetenz entsteht nicht über Nacht. Regelmäßiges Experimentieren, technische Grenzen verstehen und Prompts iterativ verbessern, machen den Unterschied.
Viele der generierten Bilder habe ich am Ende nicht verwenden wollen, da sie nicht zu meiner Vision passten oder qualitativ ungenügend waren.
Erst mit dem Schnitt, der Farbkorrektur, der richtigen Musik und den Soundeffekten wurde aus den einzelnen Clips ein stimmiges Gesamtwerk.
Strategie schlägt Technologie
Was ich aus diesem Projekt mitnehme: Erst kommt der Use-Case, dann die Tools. Die Frage „Welche Wirkung will ich erreichen?“ ist wichtiger als „Welches Tool möchte ich nutzen?“. Die Technologie ist nur das Mittel zum Zweck. Die kreative Vision macht das Ergebnis besonders.
Mein fiktiver Werbespot zeigt, was heute schon möglich ist. Und er zeigt, dass der Mensch weiterhin im Zentrum steht – als Ideengeber, Kurator und Qualitätssicherer.

